Wasserverband Südharz

Pressemeldung vom 28.11.2009

Sangerhausen, den 28.11.2009

Der Trinkwasserzweckverband „Südharz“ informiert:

An erstem Brunnen Filter für Uran installiert: Trinkwasserzweckverband weiht so genannten Ionenaustauscher ein

SANGERHAUSEN/WALLHAUSEN/MZ.

Gute Nachricht für die Kunden des Trinkwasserzweckverbandes (TZV) „Südharz“: Der Verband hat am Freitag am Brunnen 17 zwischen Sangerhausen und Wallhausen die erste Uranfilteranlage eingeweiht. Der so genannte Ionenaustauscher soll, wenn die hygienische Freigabe erteilt ist, in spätestens eineinhalb Wochen seine Arbeit aufnehmen. Er wird die Belastung des Brunnens mit dem Schwermetall nach Verbandsangaben auf unter 0,1 Mikrogramm pro Liter Wasser senken. Das Uran sei damit dort praktisch nicht mehr nachweisbar.

„Wir wollten nicht mehr auf irgendwelche Bedenkenträger warten“, sagte Ernst Hofmann, Mitglied der Technischen Arbeitsgruppe beim TZV, die sich mit dem Uranproblem befasst. Er spielte damit auf den monatelangen Streit zwischen dem Verband und verschiedenen Landesministerien an. Während der Verband die Filter habe einbauen wollen, hätten die Behörden immer neue Hürden aufgestellt – unter anderem, weil die Entsorgung des uranbelasteten Filtergranulats angeblich nicht geklärt sei. Der TZV hatte deshalb ein Gutachten anfertigen lassen. Danach ist die Verbrennung des Granulats zulässig und hatte angefangen, mit Eigenmitteln die Anlage zu errichten. Sie hat nach Angaben von Marco Steckel, technischer Leiter beim TZV, etwa 25 000 Euro gekostet.

Bis Ende kommenden Jahres sollen drei weitere Trinkwasserbrunnen des Verbands mit Uranfiltern ausgerüstet werden. Das sind der Brunnen zwischen Wallhausen und Hohlstedt nahe der Autobahnbrücke, einer im Brühltal bei Sangerhausen sowie der an der alten B 80 bei Riestedt. Bei den Brunnen im Allstedter Raum, die ebenfalls mit dem giftigen Schwermetall belastet sind, gibt es nach den Worten von Steckel „noch andere technische Möglichkeiten“. Die Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, sagte er.

Bürger hatten in den vergangenen Monaten immer wieder bei den Verantwortlichen des TZV, bei der Kreisverwaltung, im Umweltministerium und nicht zuletzt bei Abgeordneten auf ihre Sorgen aufmerksam gemacht. Dabei wurde auch die Versorgung der Region mit unbelastetem Fernwasser aus der Rappbode-Talsperre ins Gespräch gebracht. Allerdings ist es nach Angaben des TZV technisch nicht möglich, von heute auf morgen das gesamte Verbandsgebiet damit zu beliefern. Das Fernwasser hätte auch seinen Preis: Gefiltertes Brunnenwasser sei um drei Cent, Fernwasser um 51 Cent je Kubikmeter teurer, hieß es jüngst bei einer Informationsveranstaltung in Sangerhausen.